Dieter, 44, ist leidenschaftlicher Büchersammler und will sich nicht von seinen alten Schinken trennen. Petra, 29, Hotelfachfrau, führt ein Leben zwischen Dubai und Berlin und darf in ihr Zimmer im Wüstenstaat nicht viel mitnehmen. Arno, 32, und Mia, 31, haben von der verstorbenen Tante ein paar Biedermeiermöbel geerbt und können die wertvollen Stücke in ihrer kleinen Wohnung vorerst nicht unterbringen. Was tun? Viele engagieren ein professionelles Lager. Selbst ein, zwei Koffer oder Kartons zu viel können nämlich zeitweise woanders Unterschlupf finden. „Gut 50% aller unserer Einlagerungen bestehen aus nicht mehr als 15 Gegenständen”, weiß Achim Dulitz von zapf umzüge (s.u.: Interview). Ob der verstaubte Flügel, die sperrige Tauchausrüstung oder die Steuerunterlagen der letzten zehn Jahre – unter ein fremdes Dach gestellt, nerven sie ein bisschen weniger. Solange die Räume trocken und nach Möglichkeit klimatisiert sind, kein Problem.
Auch zu einem Umzug gehört oft mehr als der Transport von A nach B. Wenn die neue Wohnung noch nicht frei oder das Haus nicht fertig ist, steht man schnell mit seinem gesamten Hausrat auf der Straße. Professionelle Umzugsunternehmen versuchen, ihren Kunden dieses Risiko abzunehmen. Dabei bleibt man mit dem Lagerangebot nicht auf Dienstleistungen für Privatpersonen beschränkt. Auch Firmen nutzen den Lagerservice, um sich zum Beispiel ungeliebte Aktenberge vom Hals zu schaffen oder außer Haus verwalten zu lassen. Dabei spart man bares Geld, denn die Miete für eine Wohnung oder einen Geschäftsraum liegt deutlich höher als die für einen Lagerplatz. Was in eine 100 m² Wohnung passt, füllt etwa einen 40 Kubikmeter großen Lagercontainer. Und den kriegt man schon für 180 bis 250 Euro im Monat sicher untergestellt. Wer immer wieder an seine gelagerten Gegenstände ran muss und sein Zeug sowieso lieber unter eigener Kontrolle hat, sollte sich nach so genannten separaten Lagerboxen umsehen. „Self storage“ ist das neudeutsche Schlagwort für diesen schon lange bestehenden Service. Schlussendlich sind natürlich auch Industrie- und Wirtschaft auf Lagerflächen angewiesen. Dank der Weitläufigkeit Berlins muss man danach nicht außerhalb der Stadtgrenzen suchen, Lager und Freiflächen sind – noch – genug vorhanden.
Achim
Dulitz, Vorstand und Logistikexperte von zapf umzüge, erklärt, worauf
man beim Einlagern achten sollteIhre Firma bietet ihren Kunden schon seit der Gründung des Unternehmens
einen Lagerservice an. Wie haben sich mit den Jahren die Ansprüche
verändert?
Wir haben eine allgemeine Ausdifferenzierung des Lagerverhaltens festgestellt.
Wurden früher einzelne Möbel und Kartons bis hin zu kompletten Wohnungseinrichtungen
für Monate und Jahre bei uns eingelagert, gibt es heute eine klare
Unterscheidung zwischen Containerlagerung, Zwischen- und Selbsteinlagerung
sowie Akten- und Festlagerung.
Beim Ein- und Auslagern im Laufe eines Umzugs entsteht das Risiko,
Möbel zu beschädigen. Zusätzlich führt der doppelte Transportweg zu
höheren Kosten für den Kunden. Wie lösen Sie dieses Problem?
Um hier entgegenzuwirken, hat zapf umzüge Anfang der 90er Jahre begonnen,
den Fuhrpark auf Wechselcontainersystem umzustellen. Bei diesem System
haben wir ein Trägerfahrzeug und einen abnehmbaren Container, in welchem
die Möbel einmal eingepackt, in unser Containerlager transportiert,
zwischengelagert und später wieder zur neuen oder alten Wohnung transportiert
werden. Das spart Kosten, schont die Möbel und erhöht die Flexibilität.
Worauf sollten Umzugswillige und Firmenkunden achten, wenn sie
Dinge einlagern wollen?
Sauberkeit, seriöse Sicherheitsdienstleistungen und lückenlose Dokumentation.
Wir benutzen zum Beispiel eine speziell für unsere Belange entwickelte
Lagersoftware, die uns jederzeit in die Lage versetzt, Daten zum Einlagerer,
Standort, Zeitabläufen und Umfang der Einlagerung zu ermitteln. Selbst
die Schnittstellen zur Lagerein- und ausgabe werden erfasst. So ist
unsere Sorgfaltspflicht als Lagerhalter gesichert.
Was war die bisher kürzeste und was die längste Lagerzeit?
Die kürzeste: ein Tag. Da war bei einem Kunden das Treppenhaus noch
nicht fertig und so konnten wir erst am Folgetag den Umzug ausladen.
Am längsten steht bisher ein Kunde mit 15 Bücherkartons seit 1984 auf
unserem Lager.
In den USA hat fast jeder einen, in Deutschland wird der Trend gerade
erst entdeckt – nein, wir reden nicht vom persönlichen Psychotherapeuten,
sondern vom eigenen kleinen Lagerraum, außerhalb der eigenen
vier Wände. Hat man keinen Keller oder Speicher, werden die Wintersportgeräte,
die abgelegten Kleider oder Erbstücke von Oma zum Problem. Vor
allem, wenn die Sachen Erinnerungswert haben oder
ohne
schlechtes Gewissen nicht entsorgt werden können. Kommt es erst
einmal dazu, dass dieser Ballast ganze Räume belagert, verliert
man eigentlich nutzbaren Lebensraum und damit auch Lebensqualität.
Theoretisch zahlt man sogar Miete für die Stellfläche – prozentual
gesehen sehr viel mehr, als wenn man Lagerraum anmieten würde.
Meist gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten für das Problem.
Die Hau-Ruck-Methode: alles muss raus – also ab auf den Sperrmüll
oder zur Zweitverwertung auf den Flohmarkt, zum Second-Hand-Laden oder
als Anzeige in die „Zweite Hand“. Gehört man zu den
Sammlern unter den Menschen und kann partout nichts wegschmeißen,
dann hilft nur noch der Umzug in eine größere Wohnung – oder
die Anmietung eines separaten Zimmers zur Einlagerung (Self-Storage)
der Besitztümer. Der Vorteil an der Sache: Man kann die Räume
in beliebiger Größe anmieten. Eine trockene, saubere und
sichere Aufbewahrung wird vom Unternehmen garantiert und die angemieteten „Zimmer“ sind
bei den meisten Anbietern rund um die Uhr zugänglich. Möchte
man sich am liebsten gar nicht mehr mit seinen Sachen beschäftigen
oder hat man es nicht so wirklich mit der Ordnung, kann man ganz einfach
ein Komplett-Paket buchen: Abholung, Archivierung und Zustellservice
von angefragten Dingen aus dem angemieteten Raum inbegriffen.
Handelsrechtlich zu beachten (nach § 257 HGB):
Generell gilt: Die gesamte Geschäftskorrespondenz ist aufbewahrungspflichtig.
Dabei müssen Eröffnungsbilanzen, Jahres- und Konzernabschlüsse
auf Papier ausgedruckt vorliegen, Handels- und Buchungsbelege können
auch auf Bild- und Datenträgern gespeichert werden.
Steuerrechtlich zu beachten:
Alle handelsrechtlichen Unterlagen plus alle weiteren Unterlagen, die
für die Besteuerung bedeutsam sein können, müssen fristgerecht
aufbewahrt werden. Die Frist für Handels- und Geschäftsbriefe
beträgt sechs Jahre, Bücher, Jahresabschlüsse und Buchungsbelege
müssen sogar zehn Jahre archiviert werden. Alle Unterlagen dürfen
auch digital vorliegen, mit Ausnahme von Jahresabschlüssen und
Eröffnungsbilanzen.
Unter den Datenschutz fällt (nach § 35 BDSG):
Personenbezogene Daten sind allgemein dann zu löschen, wenn es
sich um Daten der Herkunft, politischen Meinung oder religiösen Überzeugung,
des Sexuallebens und strafbarer Handlungen handelt oder die Gefahr
besteht, dass sie für eigene Zwecke verarbeitet werden. Für
alle Dokumente, die nicht unter die anderen Aufbewahrungspflichten
fallen, gilt damit: So schnell wie möglich löschen!
Weitere Informationen unter www.datenschutzzentrum.de und www.datenschutz-berlin.de
Die alte Wohnung ist gekündigt, die Nachmieter stehen vor der Tür. Eigentlich sollte das neue Haus am Monatsanfang bezugsfertig sein. Doch nun müssen die Handwerker noch drei Wochen werkeln – so steht man schnell mit seinem Hausrat auf der Straße. Auch bei ausgeprägter Sammelleidenschaft oder spontanen Erbschaften stellt man schon bald fest: Wohin mit den ganzen Dingen?
Gut, dass man in solchen Fällen seine Siebensachen in einem professionellen Lager unterbringen kann. Egal, was man einlagern möchte, ob eine Zimmereinrichtung, zwei Kontrabässe oder drei Bücherkartons, ob für kurze Zeit oder ein Leben lang – alles ist möglich. Wichtig ist nur, dass die Räumlichkeiten trocken und klimatisiert sind. Auf speziellen Flächen können selbst sperrige Caravans oder Segelboote ihren Winterschlaf verbringen, um im Frühling ohne Witterungsschäden wieder eingesetzt zu werden. Auch Firmen nutzen den Lagerservice, um Aktenberge oder große Messestände auszulagern.
Bei der Auswahl des richtigen Lageranbieters sollten Kriterien wie Sauberkeit, seriöse Sicherheitsdienstleistungen und eine lückenlose Dokumentation der eingelagerten Gegenstände höchste Priorität haben. Denn was nutzt die externe Aufbewahrung, wenn die guten Stücke bei Abholung gestohlen, verschwunden oder in einem sehr schlechten Zustand sind?
Die Kosten für Lagerraum sind oft deutlich günstiger als die Miete für die gleiche Fläche an Wohn- oder Geschäftsräumen. Wer häufiger an seine gelagerten Gegenstände ranmuss, kann auch Lagerboxen anmieten. Mit einem eigenen Schlüssel erhält man hier rund um die Uhr Zugang zu seinen Sachen.
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